Ghana-Tripreport (2006, viele Fotos)
Verfasst: 04.01.2008, 19:20
Warum Ghana? Ich war bisher bereits in einigen Teilen dieser Welt, aber in Schwarzarfika noch nicht - gereizt hat mich Schwarzarfika schon immer, aber ist das wirklich sicher?
Elfenbeinküste, Liberia... tauchten häfig genug negativ in den Nachrichten auf, Kenia interessierte mich nicht sonderlich - auf Safari zu gehen hatte ich eher weniger Lust, Ghana aber gillt als sicher - hinzu kommt, dass meine Familie durchaus Kontakt zu Ghanaer hat, so bot sich Ghana an - um es mal in der Kurzfassung zu belassen.
Für die Einreise nach Ghana ist ein Visum erforderlich - kostenpunkt: 50 Euro, zubeantragen in Berlin. Flüge nach Ghana sind recht teuer, obwohl Accra direkt von Hamburg nur etwa 6 Flugstunden entfernt sind, kosten die meisten Flüge in der Eco soviel, wie nach Australien. Für den Reisezeitraum 1.9. - 30.9. war Emirates über Dubai das Billigiste:
30.08.2006
HAM-DXB
EK 060 A330-243 A6-EKV
1545-2355 Tatsächliche Flugzeit etwa 6 Stunden 15 Minuten
Aulastung: ca. 55%

Die A6-EKV kurz vorm Boarding in Hamburg

Über dem Schwarzen Meer
Einreise dann am 31.8., ein Tag Aufenthalt in Dubai, es war wirklich unglaublich heiß, aber durchaus sehr interessant, leider habe ich nicht sonderlich viel gesehen, ich war nur etwas überrascht, dass Getränke zum Beispiel recht billig in Dubai sind, der Bauboom und der Protz, das Gegenteil von Mangel sind schon beachtlich, aufgrund der vielen Reiseberichte über DXB verzichte ich hier mal, mehr über Dubai zu schreiben.

Dubai
01.09.2006
DXB-ACC
EK 787 A330-243 A6-EAR
0730-1200 Tatsächliche Flugzeit etwa 7 Stunden 10 Minuten
Auslastung ca. 98%

Der Flug war ausgebucht, die meisten Passagiere von Anschlussflügen, nicht Umsteigeranteil vielleicht bei 5%. Der Flug war ruhig, Service auch auf einer solchen Strecke sehr professionell und lobenswert - glutenfreiese Essen gab es auch für mich.

Visum für Ghana

... und der leider etwas schwache dazugehörige Stempel

Da sicherlich nicht jeder die Geographie Ghanas im Kopf hat - hier mal eine grobe Übersicht.
Ankunft in Accra, unmengen von Gepäck wird auf das Gepäckband gelegt, soviel und so großes Gepäck ist mir bis dahin nicht untergekommen – nach der Passkontrolle tauchen wir ein in eine schwarze Welt. Den Taxifahrer können wir entkommen, denn Peter, Bruder eines Mandanten und Polizeioffizier in Accra, holt uns mit seinem Fahrer und Dienstjeep vom Flughafen ab. Nachdem er im headquarter abgesetzt wurde, fahren wir wenig später mit Blaulicht und Sirene durch den üblichen Stau in Accra (vergleichbar mit dem Verkehr in einer europäischen Großstadt) zu unserem Hotel…. So habe ich noch nie einen Urlaub begonnen.

Ghanaische Cedis - vll 80 Euro umgerechnet. Inzwischen wurde der ghanische Cedi im Juli 2007 10.000:1 abgewertet.
In Accra herrscht großes Gewusel. Die Stadt ist großflächig. Ein richtiges Zentrum, wie wir es von europäischen Städten gewöhnt sind, gibt es eigentlich nicht. Dafür liegt Accra am Meer – aber im Kernbereich der Stadt ist der Strand nur eine Müllhalde, schade.

Guten Tag!

Strand in Accra...
Aufgrund der dann doch anstregenenden Anreise ruhe ich mich am ersten Tag vorallem aus, ich bin wirklich erschöpft. Wir werden erschlagen von den Bildern, die auf uns einstürmen. Menschen in bunten Kleidern, all die Waren auf den Straßen, und überall ist was los… Wir laufen durch die Stadt, der Fotoapparat bleibt zunächst eingepackt, denn wir haben das Gefühl des Dauerfernsehens und sehen uns nicht in der Lage, dies in Fotos festzuhalten.

Ein Denkmal in Accra - erst später festgestellt, dass das Fotographieren hier strengstens verboten war
Dann verschieben wir weitere Eindrücke von Accra auf den Schluss der Reise und fahren nach 2 Tagen weiter nach Kumasi. Zunächst bedeutet dies stundenlanges Warten auf dem Busbahnhof, da wir nicht wussten, dass es besser ist die Buskarten im Voraus zu kaufen. Aber schnell überkommt uns die afrikanische Ruhe. „ Weißt Du“, sagte ein Ghanaer zu mir, „ hier ist es immer heiß. Wenn man sich da zu schnell bewegt, explodiert das Gehirn.“ Stimmt. Der STC –Bus fährt 4 Stunden bis Kumasi. vielleicht nach Plan, tatsächlich braucht man 6 Stunden.
Busbahnhof in Accra

Im Bus nach Kumasi

... auf dem Weg raus aus Accra
In Kumasi gehen wir ins Kingsway-Hotel. Es ist 22.00 Uhr und die Straßen sind leer. Kumasi hat einen Stadtkern mit 2-3stöckigen Häusern, einer inneren Stadtparkzone, in der Parkgebühren zu zahlen sind, und natürlich den berühmten riesigen Markt. Es soll der größte in Afrika sein. Das Kingsway liegt wunderbar zentral, und unsere Zimmer haben einen Balkon. Von diesem kann man stundenlang das bunte Treiben betrachten – Fernsehen live – und fotografieren, was ansonsten nicht immer bei den Ghanaern sehr beliebt ist.

Blick vom Balkon des Hotelzimmers aus
Stundenlang kann ich auf der Straße den Frauen zuschauen, die unglaubliche Mengen von Waren auf ihren Köpfen transportieren. Wie funktioniert das bitte?… 5 Paletten Eier oder 2 Koffer oder 3 Lagen Äpfel - es gibt nichts, was nicht auf dem Kopf transportiert wird. Und sei es nur eine einzelne Flasche Mineralwasser. Und dazu noch das Kind auf den Rücken gebunden. Während der Reise durch Ghana haben zwar viele europäische Errungenschaften gesehen, aber keinen einzigen Kinderwagen! Der Markt in Kumasi findet kein Ende. Auch vor den Bahnschienen nimmt er nicht halt. Es ist nicht zu glauben, dass hier auch noch Züge fahren.

...auf dem Weg zum bahnhof - standesgemaß auf den Schienen unterwegs

Der Bahnhof... oder doch der Markt?

und natürlich überrall Kinder
Die Marktstände gehen wirklich bis an die Schienenstränge heran, auf denen die Menschen, wir eingeschlossen, laufen. Und wenn ein Zug kommt, muss schnell der Warenbestand beiseite geräumt werden und man drückt sich in die Marktstände.

immer wieder fasznierend - was wie wo transportiert wird

Seznen auf den Markt von Kumasi

...wollte unbedingt fotographiert werden

Immer viel los auf dem Markt von Kumasi - kein Wunder - hat Kumasi doch mindestens genausoviel EInwohner wie Hamburg

natürlich gibt es alles mögliche auf dem Markt
Züge kommen nicht viele, Zugfahren ist eigentlich auch nur eine theoretische Reisemöglichkeit... aber es kommt doch tatsächlich ein Schienengefährt und ich werde in ein Marktstand gezogen - und schon entwickelt sich eine freundliche Unterhaltung. Kinder lassen sich mit Begeisterung fotographieren, Erwachsene sehen das Fotografieren oft nicht so gerne. Immer wieder wird uns deutlich gemacht, keine Fotos zu machen, obwohl wir die Kameras gar nicht berührten, sondern sie einfach nur um den Hals baumelten. Dabei gäbe es so viele Motive! Viele von den ghanaischen Bekannten in Deutschland kommen aus Kumasi und alle schwärmen von dieser Stadt, ich kann es nachvollziehen. Wir entdeckten ein Restaurant im 2. Stock, von dessen Balkon, auf dem man essen kann, ebenfalls ein herrlicher Blick auf das Geschehen möglich ist.

Blick vom Restaurant aus dem 2. Stock - mein Kopf tut so schon weh

Ebenfalls vom Restaurant

... ein paar Eindrücke aus Kumasi

Die Dächer des riesigen Marktes
Im Kulturzentrum kann man nicht nur alle Handwerke wunderbar ansehen, sondern in den staatlichen Läden wirklich unglaublich billig einige Mitbringsel einkaufen.

Kente-Stoff, gewebt im Kulturzentrum in Kumasi
Angesichts noch mehrer bevorstehenden Reisewochen müssen wir uns da wirklich stark zurückhalten. Von Kumasi aus machen wir noch einen Ausflug zu einem heiligen See und in verschiedenen handwerklichen Dörfern.

Beim besagten See...

Die "Boote" durften nicht aus Metall sein, weil das die Geister stören würde

Nett was es für Bäume gibt

Auch diese Gruppe wollte unbedingt fotographiert werden
Eigentlich wollen wir den Vormittagsbus nach Tamale nehmen, aber der ist ausgebucht... darüber bin ich immer noch glücklich. Dieser Bus wurde auf dem Weg nach Tamale im Norden gestoppt, ausgeraubt und der Fahrer erschossen... Allerdings erfahren wir davon erst später in Hamburg von. Ich habe mich während der ganzen Reise sicher gefühlt, aber so etwas soll es im etwas unsicherem Norden eher vorkommen, als im südlichem Teil Ghanas.
Die Fahrt von Kumasi nach Tamale ist - abgesehen von dieser Hintergrundgeschichte... ein sehr interessantes Erlebnis. Der Bus ist wie immer zu spät, der Luxusbus kaputt, der Ersatzbus hatte nicht genügend Platz für das Gepäck, so dass einige Reisende auf Notsitzen landen, da auf ihren Sitzen Gepäck lagerte. Nach etwa 7 Stunden Nachtfahrt, die wirklich kein Vergnügen ist, kommen wir zwischen 1 und 2 in Tamale an.
Eigentlich
Diese 2 Tage unserer Reise sind einen eigenen Reisebericht wert. Teure Hotels, große Auseinandersetzungen mit einem Taxisfahrer… Wir wollen gleich wieder zurück. Tamale selbst ist kein aufregendes Stück Erde. Der etwa 200.000 Einwohner zählende Ort liegt im Norden Ghanas, in der Sahelzone. Hier leben überwiegend Moslems. Es gibt eine riesige Moschee.

Die Moschee in Tamale
Ansonsten flache Bauten, einen Markt. Das war es.

Hauptstraße in Tamale

Ein paar Schuhe gefälligst?

Das ist Tamale - mehr muss man dazu wohl nicht sagen. Ein Dorf mit 200.000 Einwohner.

... das zentrale "Guesthouse"
Der Bus zurück nach Kumasi am gleichen Tag soll ursprünglich um 16.00 Uhr los fahren, hat aber wieder soviel Verspätung, dass wir die Landschaft und Umgebung im Norden, die Runddörfer nur noch im Sonnenuntergang sehen können, entsprechend schlecht sind die Fotos aus dem fahrenden Bus… schade.

unser Bus zurück

Die Sahelzone...

...samt Runddörfer
Der STC-Bus ging dann nach 5 Stunden Fahrt, 2 Stunden vor Kumasi, ganz kaputt und beschert uns eine afrikanische Nacht mit allmöglichen Kleintieren auf dem verwaisten Busbahnhof in Sunyani, wo wir verzweifelt versuchen, auf den unbequemen Sitzen irgendwie etwas Schlaf zu bekommen. Leider geht das fürchterlich schief. Irgendwas mit der Lichtmaschine war nicht in Ordnung. Eigentlich sollte ein Ersatzbus aus Kumasi kommen, doch der kommt nicht. Als es hell wird, bekommt unser alter Bus eine neue Batterie, er wird gestartet und endlich geht es zurück nach Kumasi - nach etwa einer Stunde sehen wir dann, warum der Ersatzbus aus Kumasi nicht gekommen ist. Er steht - liegengeblieben - am Straßenrand. Nach 14 1/2 Stunden für etwa 450km erreichen wir endlich Kumasi.
Nach einem kurzen Zwischenstopp geht es dann weiter nach Takoradi, an die Küste. Takoradi-Secondi ist eine Doppelstadt. Hier landen auch Containerschiffe an. Vom Busbahnhof werden wir von Mr. Livingstone mit seinem Taxi, dessen Kofferraumklappe nicht zugeht, zu einem Hotel gefahren – nicht das, was wir aus dem Reiseführer ausgesucht haben, das existiert schon seit Jahren nicht mehr. Eine Erfahrung, die wir öfters machen.
Der erste Kontakt zum Strand ist enttäuschend.

...besagter Strand
Im Reiseführer stand, Ghana hätte nur einen Strand, und der sei 550 km lang. Kein Strand, wie man aus Thailand oder der karibik kennt, eher ein durschnittlicher Küstenabschitt, wenig spektakulär. Doch je weiter man von Takoradi richtung westen wegläuft, umso schöner wird es.

Ein Fischer - freundlich, hat er uns doch über eine Mündung eines Flusses sicher geführt

Fußball ist in Ghana Volkssport
Gleich hinter dem ersten Palmenstreifen liegen 2 Fischerdörfer.

Strand

Ein Fischerboot am Strand

Blick ins Landesinnere

Fischerdorf



Beim zweiten Dorf kommt dann die unangenehme Überraschung, dass deren Dorfbewohnter leider ihre Toilette an den Strand verlegt haben... sicherlich unangenehm, aber nicht nur für Ghana normal, an solchen Situationen wird einem schnell wieder bewusst, dass man sich in einem "dritte Welt"-Land befindet... Der Gestank ist wirklich mehr als penetrant. Am strand sind viele Kinder, leider ein Zeichen, dass wohl ettliche Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können. Weiße am Strand ist dann allerdings auch sofort die Attraktion des Tages. Der Tumult ist unbeschreiblich. Alle wollen mitfotografiert werden und hinterher das Bild im Display sehen. Wir werden die Kinder gar nicht mehr los. Als wir zurückgehen, ziehen sie hinter uns her, fröhlich lachend und gackernd… Irgendwie kommt mir Hameln in den Kopf.



kurz vor "Ratten fänger von Hameln"...
Am nächsten Tag vereinbaren wir mit Mr. Livingstone, dass er uns mit seinem Taxi zur Orange-Castle im Stadtteil Secondi fährt. Die Castle ist heute bewohnt und dient auch noch als Leuchtturm. Offiziell ist sie nicht zu besichtigen, aber unser Fahrer organisiert schnell etwas und so bekommen wir eine exklusive Führung, einschließlich eines Aufstieges auf den Leuchtturm. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf einen privaten Fischerhafen und den Küstenstreifen.

Blick auf Secondi

... und in die andere Richtung

Orange Castle

gleiche Stelle - Blick in die andere Richtung
Uns wird deutlich gemacht, dass wir die Fischer von dort oben fotografieren sollten, da diese vor Ort im Hafen sehr unfreundlich auf Fotoapparate reagieren würden. Die Unfreundlichkeit begegnet uns dann schon beim Versuch, in den Hafen einzufahren, so dass wir davon Abstand nehmen.

Vor besagtem Fischerreihafen...
Erwähnenswert ist noch der Bahnhof von Takoradi - zum Thema "Zug fahren in Ghana" hatte ich mich bereits bei Kumasi geäußert

Damit wird theoretisch noch gefahren....

...nach Kumasi
Wir engagieren Mr. Livingstone auch für den nächsten Tag, um von Takoradi nach Brenu Beach, ca. 80 km in Richtung Osten - also Accra entfernt, zu kommen. Er erschien pünktlich um 10.00 Uhr morgens und diesmal geht auch die Kofferraumklappe zu.
Von Brenu, das auch ein Doppeldorf ist, hatte es in allen Reiseberichten geheißen, dies sei der schönste Strand in Ghana oder zumindest einer der Schönsten, was ich durchaus bestätigen kann. Es findet sich kein Müll am Strand und nirgendwo haben wir jemand diesen als Toilette benutzen sehen. Das kleine Guesthouse hat nur 5 Zimmer und liegt direkt am Meer. Ein Restaurant steht auch zur Verfügung. Am Strand kann man den Fischer zuschauen, wenn sie die großen Netze hereinziehen – eine mühselige Arbeit für nur einen geringen Ertrag an Fischen. Die Wellen krachen mit Gewalt an den Strand und für die kleinen Boote ist es schwierig, gegen die Wellen auf das Meer hinauszufahren, so dass es schon vorkommt, dass ein Boot kentert. Aufgrund der Wellen braucht es auch enorme Vorsicht beim Baden - man sollte halt auf die Strömung etc. achten.






Wo will die Schüssel mit dem Kind hin?!
Brenu ist ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Stundenlange Spaziergänge am Strand, Erkundungen durch das Dorf, Lesen im Schatten der Palmen – was braucht es mehr.




Nach einigen Tagen fahren wir weiter nach Cape Coast. Diesmal trauen wir uns in einen Tro Tro - einem Kleinbus, von denen hier unendlich viele herumfahren – sehr viele davon ehemalige Fahrzeuge von deutschen Handwerkerfirmen, deren Schriftzug oft noch zu sehen ist. Der ehemalige Laderaum ist nun voll gestopft mit Sitzbänken, für Gepäck eigentlich kein Platz. Der Bus, mit dem wir fahren, ist gerade erst in Brenu gestartet und noch ziemlich leer – wir halten ihn an der Straße an. 2 unserer Taschen finden unter den Bänken Platz und nehmen damit den gesamten Platz für mögliches Gepäck ein – die Dritte ist ein Fahrgast und muss dann auch als 4. Fahrgast bezahlt werden. Bis Cape-Coast sind es ca. 18 km. Unterwegs wird der Bus voll und wir sind froh, dass die Fahrt nur kurz ist
.
An der ghanaischen Küste gibt es zahlreiche Sklavenburgen. Die größte Burg findet sich in Cape Coast.






Um die Burgen konzentrieren sich die Fischerboote, so dass man von oben, auf der Burg stehend, stets einen einmaligen Blick auf das Leben der Fischer hat.




...auch ein Blick von der Festung aus


Blick vom Hoteldach


Es gibt viele Sklavenburgen an der ghanaischen Küste. In Cape Coast ist in der Burg auch ein Museum über die Geschichte der Sklaverei integriert. Es ist erschreckend zu sehen, in welche kleinen, dunklen Räumen Unmengen von Menschen untergebracht waren, bevor diese in die Sklaverei verschifft wurden. In der Umgebung von Cape Coast schauen wir verschiedene solche Burgen an. Einige sind nur inoffiziell zugänglich. Doch die Hilfsbereitschaft der Ghanaer ist groß und so kommen wir zu einigen sehr interessanten schönen Privatführungen.
In Elmina stehen zwei Burgen, die eine direkt am Meer - die andere auf einem Hügel. Elmina liegt ein paar Kilometer westlich von Cape Coast.


Manchmal können auch Kanonen ruhen...

Auf dem Weg zur Burg auf dem Hügel - mit Blick auf die Burg am Wasser

Blick auf Elmina

Blick auf die Fischerboote Elminas

Die Wichtigkeit der Fischerei in Elmina ist unübersehbar



Blick von der anderen Seite

Hier tobten mehrere Jungend ziemlich penetrant bettelt vor mir rum - dabei wollte ich einfach nur die Burg fotographieren.... was die nicht alles taten, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Auch zwei Burgen östlich von Cape Coast waren Ziel eines Ausfluges



...während dessen landete ein Fischerboot
Fort Amsterdam ist schon etwas verfallen - dafür hat man einen schönen Ausblick



Blick auf die Küste Richtung Osten

Blick ins Landesinnere
30 km von Cape Coast entfernt ins Landesinnere erschließt sich eine ganz andere Welt. In einem Nationalpark kann man in 30 m Höhe auf 7 schmalen Brücken 350 m durch die Wipfel des Regenwaldes laufen und bekommt einen Eindruck von der beeindruckenden Größer der Bäume.

Der Canopy Walkway besteht aus 7 Brücken und verläuft über eine Länge von 330 Metern


... das ganze ist einige zig-Meter hoch

Nach soviel kulturellem Programm brauchen wir dringend noch Entspannung. So machen wir vor Accra einen Zwischenstopp am Meer in Winneba. Dort landen wir in der Lagun Lodge, eine Unterkunft, bei der wirklich alles stimmte.

Strand bei Winneba


Fischerboote bei Winneba

... und ein Sonnenuntergang in Winneba
Entgegen den Ankündigungen im Reiseführer fanden sich keine „bösen“ Fischer am Strand, sondern wir hatten diesen weitestgehend zusammen mit mächtigen Wellen für uns.
Den Reiseausklang in Accra nutzen wir u.a. zum ausgiebigem Shopping auf dem riesigen Kunsthandwerkermarkt. Neben schönen Schmitzereien haben wir etliche Stücke Kentestoff mitgebracht. Und so begleitet und Ghana, neben unseren rund 4000 Fotos ( oder mehr) auch heute noch täglich in unserem Leben.
Nun noch ein paar Eindrücke aus Accra und der näheren Umgebung Accras

Postfächer in der Zantralpost Accra

...in einem Botanischen Garten im Hinterland von Accra - die resige Höhe der Palmen ist auf dem Foto leider kaum zu erkennen

man beachte den kleinen Menschen

Weit verbreitet um Accra herum - Termietenhügel

... die dazu gehörige Landschaft
Wieder zurück in Accra:

... großer Versammlungsplatz - hier werden irgendwelche Paraden abgehalten.

Unabhängigkeitsdenkmal
Und dann war es auch so weit - es ging zurück nach Hause

29.09.2006
ACC-DXB
EK 788 A330-243 A6-EAF
1730-0550+1 Tatsächliche Flugzeit etwa 7 Stunden 50 Minuten
Auslastung ca. 100%

Auf Wiedersehen Accra

30.09.2006
DXB-HAM
EK 059 A330-243 A6-EAR
0855-1345 Tatsächliche Flugtzeit etwa 6 Stunden 30 Minuten
Auslastung ca. 80%

Kurz vor dem Start in Dubai

...und kurz danach

Über dem Iran entstand dann das letzte Foto dieser Reise...
Überpüntklich landeten wir dann im inzwischen herbstlichen Hamburg.
Aufgrund der recht langen Reisedauer kann ich nicht alles erlebte berichten, ich hoffe dennoch, mal einen kurzen EInblick in dieses Land machen zu können.
Medasi - danke fürs Lesen
Elfenbeinküste, Liberia... tauchten häfig genug negativ in den Nachrichten auf, Kenia interessierte mich nicht sonderlich - auf Safari zu gehen hatte ich eher weniger Lust, Ghana aber gillt als sicher - hinzu kommt, dass meine Familie durchaus Kontakt zu Ghanaer hat, so bot sich Ghana an - um es mal in der Kurzfassung zu belassen.
Für die Einreise nach Ghana ist ein Visum erforderlich - kostenpunkt: 50 Euro, zubeantragen in Berlin. Flüge nach Ghana sind recht teuer, obwohl Accra direkt von Hamburg nur etwa 6 Flugstunden entfernt sind, kosten die meisten Flüge in der Eco soviel, wie nach Australien. Für den Reisezeitraum 1.9. - 30.9. war Emirates über Dubai das Billigiste:
30.08.2006
HAM-DXB
EK 060 A330-243 A6-EKV
1545-2355 Tatsächliche Flugzeit etwa 6 Stunden 15 Minuten
Aulastung: ca. 55%

Die A6-EKV kurz vorm Boarding in Hamburg

Über dem Schwarzen Meer
Einreise dann am 31.8., ein Tag Aufenthalt in Dubai, es war wirklich unglaublich heiß, aber durchaus sehr interessant, leider habe ich nicht sonderlich viel gesehen, ich war nur etwas überrascht, dass Getränke zum Beispiel recht billig in Dubai sind, der Bauboom und der Protz, das Gegenteil von Mangel sind schon beachtlich, aufgrund der vielen Reiseberichte über DXB verzichte ich hier mal, mehr über Dubai zu schreiben.

Dubai
01.09.2006
DXB-ACC
EK 787 A330-243 A6-EAR
0730-1200 Tatsächliche Flugzeit etwa 7 Stunden 10 Minuten
Auslastung ca. 98%

Der Flug war ausgebucht, die meisten Passagiere von Anschlussflügen, nicht Umsteigeranteil vielleicht bei 5%. Der Flug war ruhig, Service auch auf einer solchen Strecke sehr professionell und lobenswert - glutenfreiese Essen gab es auch für mich.

Visum für Ghana

... und der leider etwas schwache dazugehörige Stempel

Da sicherlich nicht jeder die Geographie Ghanas im Kopf hat - hier mal eine grobe Übersicht.
Ankunft in Accra, unmengen von Gepäck wird auf das Gepäckband gelegt, soviel und so großes Gepäck ist mir bis dahin nicht untergekommen – nach der Passkontrolle tauchen wir ein in eine schwarze Welt. Den Taxifahrer können wir entkommen, denn Peter, Bruder eines Mandanten und Polizeioffizier in Accra, holt uns mit seinem Fahrer und Dienstjeep vom Flughafen ab. Nachdem er im headquarter abgesetzt wurde, fahren wir wenig später mit Blaulicht und Sirene durch den üblichen Stau in Accra (vergleichbar mit dem Verkehr in einer europäischen Großstadt) zu unserem Hotel…. So habe ich noch nie einen Urlaub begonnen.

Ghanaische Cedis - vll 80 Euro umgerechnet. Inzwischen wurde der ghanische Cedi im Juli 2007 10.000:1 abgewertet.
In Accra herrscht großes Gewusel. Die Stadt ist großflächig. Ein richtiges Zentrum, wie wir es von europäischen Städten gewöhnt sind, gibt es eigentlich nicht. Dafür liegt Accra am Meer – aber im Kernbereich der Stadt ist der Strand nur eine Müllhalde, schade.

Guten Tag!

Strand in Accra...
Aufgrund der dann doch anstregenenden Anreise ruhe ich mich am ersten Tag vorallem aus, ich bin wirklich erschöpft. Wir werden erschlagen von den Bildern, die auf uns einstürmen. Menschen in bunten Kleidern, all die Waren auf den Straßen, und überall ist was los… Wir laufen durch die Stadt, der Fotoapparat bleibt zunächst eingepackt, denn wir haben das Gefühl des Dauerfernsehens und sehen uns nicht in der Lage, dies in Fotos festzuhalten.

Ein Denkmal in Accra - erst später festgestellt, dass das Fotographieren hier strengstens verboten war
Dann verschieben wir weitere Eindrücke von Accra auf den Schluss der Reise und fahren nach 2 Tagen weiter nach Kumasi. Zunächst bedeutet dies stundenlanges Warten auf dem Busbahnhof, da wir nicht wussten, dass es besser ist die Buskarten im Voraus zu kaufen. Aber schnell überkommt uns die afrikanische Ruhe. „ Weißt Du“, sagte ein Ghanaer zu mir, „ hier ist es immer heiß. Wenn man sich da zu schnell bewegt, explodiert das Gehirn.“ Stimmt. Der STC –Bus fährt 4 Stunden bis Kumasi. vielleicht nach Plan, tatsächlich braucht man 6 Stunden.
Busbahnhof in Accra

Im Bus nach Kumasi

... auf dem Weg raus aus Accra
In Kumasi gehen wir ins Kingsway-Hotel. Es ist 22.00 Uhr und die Straßen sind leer. Kumasi hat einen Stadtkern mit 2-3stöckigen Häusern, einer inneren Stadtparkzone, in der Parkgebühren zu zahlen sind, und natürlich den berühmten riesigen Markt. Es soll der größte in Afrika sein. Das Kingsway liegt wunderbar zentral, und unsere Zimmer haben einen Balkon. Von diesem kann man stundenlang das bunte Treiben betrachten – Fernsehen live – und fotografieren, was ansonsten nicht immer bei den Ghanaern sehr beliebt ist.

Blick vom Balkon des Hotelzimmers aus
Stundenlang kann ich auf der Straße den Frauen zuschauen, die unglaubliche Mengen von Waren auf ihren Köpfen transportieren. Wie funktioniert das bitte?… 5 Paletten Eier oder 2 Koffer oder 3 Lagen Äpfel - es gibt nichts, was nicht auf dem Kopf transportiert wird. Und sei es nur eine einzelne Flasche Mineralwasser. Und dazu noch das Kind auf den Rücken gebunden. Während der Reise durch Ghana haben zwar viele europäische Errungenschaften gesehen, aber keinen einzigen Kinderwagen! Der Markt in Kumasi findet kein Ende. Auch vor den Bahnschienen nimmt er nicht halt. Es ist nicht zu glauben, dass hier auch noch Züge fahren.

...auf dem Weg zum bahnhof - standesgemaß auf den Schienen unterwegs

Der Bahnhof... oder doch der Markt?

und natürlich überrall Kinder
Die Marktstände gehen wirklich bis an die Schienenstränge heran, auf denen die Menschen, wir eingeschlossen, laufen. Und wenn ein Zug kommt, muss schnell der Warenbestand beiseite geräumt werden und man drückt sich in die Marktstände.

immer wieder fasznierend - was wie wo transportiert wird

Seznen auf den Markt von Kumasi

...wollte unbedingt fotographiert werden

Immer viel los auf dem Markt von Kumasi - kein Wunder - hat Kumasi doch mindestens genausoviel EInwohner wie Hamburg

natürlich gibt es alles mögliche auf dem Markt
Züge kommen nicht viele, Zugfahren ist eigentlich auch nur eine theoretische Reisemöglichkeit... aber es kommt doch tatsächlich ein Schienengefährt und ich werde in ein Marktstand gezogen - und schon entwickelt sich eine freundliche Unterhaltung. Kinder lassen sich mit Begeisterung fotographieren, Erwachsene sehen das Fotografieren oft nicht so gerne. Immer wieder wird uns deutlich gemacht, keine Fotos zu machen, obwohl wir die Kameras gar nicht berührten, sondern sie einfach nur um den Hals baumelten. Dabei gäbe es so viele Motive! Viele von den ghanaischen Bekannten in Deutschland kommen aus Kumasi und alle schwärmen von dieser Stadt, ich kann es nachvollziehen. Wir entdeckten ein Restaurant im 2. Stock, von dessen Balkon, auf dem man essen kann, ebenfalls ein herrlicher Blick auf das Geschehen möglich ist.

Blick vom Restaurant aus dem 2. Stock - mein Kopf tut so schon weh

Ebenfalls vom Restaurant

... ein paar Eindrücke aus Kumasi

Die Dächer des riesigen Marktes
Im Kulturzentrum kann man nicht nur alle Handwerke wunderbar ansehen, sondern in den staatlichen Läden wirklich unglaublich billig einige Mitbringsel einkaufen.

Kente-Stoff, gewebt im Kulturzentrum in Kumasi
Angesichts noch mehrer bevorstehenden Reisewochen müssen wir uns da wirklich stark zurückhalten. Von Kumasi aus machen wir noch einen Ausflug zu einem heiligen See und in verschiedenen handwerklichen Dörfern.

Beim besagten See...

Die "Boote" durften nicht aus Metall sein, weil das die Geister stören würde

Nett was es für Bäume gibt

Auch diese Gruppe wollte unbedingt fotographiert werden
Eigentlich wollen wir den Vormittagsbus nach Tamale nehmen, aber der ist ausgebucht... darüber bin ich immer noch glücklich. Dieser Bus wurde auf dem Weg nach Tamale im Norden gestoppt, ausgeraubt und der Fahrer erschossen... Allerdings erfahren wir davon erst später in Hamburg von. Ich habe mich während der ganzen Reise sicher gefühlt, aber so etwas soll es im etwas unsicherem Norden eher vorkommen, als im südlichem Teil Ghanas.
Die Fahrt von Kumasi nach Tamale ist - abgesehen von dieser Hintergrundgeschichte... ein sehr interessantes Erlebnis. Der Bus ist wie immer zu spät, der Luxusbus kaputt, der Ersatzbus hatte nicht genügend Platz für das Gepäck, so dass einige Reisende auf Notsitzen landen, da auf ihren Sitzen Gepäck lagerte. Nach etwa 7 Stunden Nachtfahrt, die wirklich kein Vergnügen ist, kommen wir zwischen 1 und 2 in Tamale an.
Eigentlich
Diese 2 Tage unserer Reise sind einen eigenen Reisebericht wert. Teure Hotels, große Auseinandersetzungen mit einem Taxisfahrer… Wir wollen gleich wieder zurück. Tamale selbst ist kein aufregendes Stück Erde. Der etwa 200.000 Einwohner zählende Ort liegt im Norden Ghanas, in der Sahelzone. Hier leben überwiegend Moslems. Es gibt eine riesige Moschee.

Die Moschee in Tamale
Ansonsten flache Bauten, einen Markt. Das war es.

Hauptstraße in Tamale

Ein paar Schuhe gefälligst?

Das ist Tamale - mehr muss man dazu wohl nicht sagen. Ein Dorf mit 200.000 Einwohner.

... das zentrale "Guesthouse"
Der Bus zurück nach Kumasi am gleichen Tag soll ursprünglich um 16.00 Uhr los fahren, hat aber wieder soviel Verspätung, dass wir die Landschaft und Umgebung im Norden, die Runddörfer nur noch im Sonnenuntergang sehen können, entsprechend schlecht sind die Fotos aus dem fahrenden Bus… schade.

unser Bus zurück

Die Sahelzone...

...samt Runddörfer
Der STC-Bus ging dann nach 5 Stunden Fahrt, 2 Stunden vor Kumasi, ganz kaputt und beschert uns eine afrikanische Nacht mit allmöglichen Kleintieren auf dem verwaisten Busbahnhof in Sunyani, wo wir verzweifelt versuchen, auf den unbequemen Sitzen irgendwie etwas Schlaf zu bekommen. Leider geht das fürchterlich schief. Irgendwas mit der Lichtmaschine war nicht in Ordnung. Eigentlich sollte ein Ersatzbus aus Kumasi kommen, doch der kommt nicht. Als es hell wird, bekommt unser alter Bus eine neue Batterie, er wird gestartet und endlich geht es zurück nach Kumasi - nach etwa einer Stunde sehen wir dann, warum der Ersatzbus aus Kumasi nicht gekommen ist. Er steht - liegengeblieben - am Straßenrand. Nach 14 1/2 Stunden für etwa 450km erreichen wir endlich Kumasi.
Nach einem kurzen Zwischenstopp geht es dann weiter nach Takoradi, an die Küste. Takoradi-Secondi ist eine Doppelstadt. Hier landen auch Containerschiffe an. Vom Busbahnhof werden wir von Mr. Livingstone mit seinem Taxi, dessen Kofferraumklappe nicht zugeht, zu einem Hotel gefahren – nicht das, was wir aus dem Reiseführer ausgesucht haben, das existiert schon seit Jahren nicht mehr. Eine Erfahrung, die wir öfters machen.
Der erste Kontakt zum Strand ist enttäuschend.

...besagter Strand
Im Reiseführer stand, Ghana hätte nur einen Strand, und der sei 550 km lang. Kein Strand, wie man aus Thailand oder der karibik kennt, eher ein durschnittlicher Küstenabschitt, wenig spektakulär. Doch je weiter man von Takoradi richtung westen wegläuft, umso schöner wird es.

Ein Fischer - freundlich, hat er uns doch über eine Mündung eines Flusses sicher geführt

Fußball ist in Ghana Volkssport
Gleich hinter dem ersten Palmenstreifen liegen 2 Fischerdörfer.

Strand

Ein Fischerboot am Strand

Blick ins Landesinnere

Fischerdorf



Beim zweiten Dorf kommt dann die unangenehme Überraschung, dass deren Dorfbewohnter leider ihre Toilette an den Strand verlegt haben... sicherlich unangenehm, aber nicht nur für Ghana normal, an solchen Situationen wird einem schnell wieder bewusst, dass man sich in einem "dritte Welt"-Land befindet... Der Gestank ist wirklich mehr als penetrant. Am strand sind viele Kinder, leider ein Zeichen, dass wohl ettliche Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können. Weiße am Strand ist dann allerdings auch sofort die Attraktion des Tages. Der Tumult ist unbeschreiblich. Alle wollen mitfotografiert werden und hinterher das Bild im Display sehen. Wir werden die Kinder gar nicht mehr los. Als wir zurückgehen, ziehen sie hinter uns her, fröhlich lachend und gackernd… Irgendwie kommt mir Hameln in den Kopf.



kurz vor "Ratten fänger von Hameln"...
Am nächsten Tag vereinbaren wir mit Mr. Livingstone, dass er uns mit seinem Taxi zur Orange-Castle im Stadtteil Secondi fährt. Die Castle ist heute bewohnt und dient auch noch als Leuchtturm. Offiziell ist sie nicht zu besichtigen, aber unser Fahrer organisiert schnell etwas und so bekommen wir eine exklusive Führung, einschließlich eines Aufstieges auf den Leuchtturm. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf einen privaten Fischerhafen und den Küstenstreifen.

Blick auf Secondi

... und in die andere Richtung

Orange Castle

gleiche Stelle - Blick in die andere Richtung
Uns wird deutlich gemacht, dass wir die Fischer von dort oben fotografieren sollten, da diese vor Ort im Hafen sehr unfreundlich auf Fotoapparate reagieren würden. Die Unfreundlichkeit begegnet uns dann schon beim Versuch, in den Hafen einzufahren, so dass wir davon Abstand nehmen.

Vor besagtem Fischerreihafen...
Erwähnenswert ist noch der Bahnhof von Takoradi - zum Thema "Zug fahren in Ghana" hatte ich mich bereits bei Kumasi geäußert

Damit wird theoretisch noch gefahren....

...nach Kumasi
Wir engagieren Mr. Livingstone auch für den nächsten Tag, um von Takoradi nach Brenu Beach, ca. 80 km in Richtung Osten - also Accra entfernt, zu kommen. Er erschien pünktlich um 10.00 Uhr morgens und diesmal geht auch die Kofferraumklappe zu.
Von Brenu, das auch ein Doppeldorf ist, hatte es in allen Reiseberichten geheißen, dies sei der schönste Strand in Ghana oder zumindest einer der Schönsten, was ich durchaus bestätigen kann. Es findet sich kein Müll am Strand und nirgendwo haben wir jemand diesen als Toilette benutzen sehen. Das kleine Guesthouse hat nur 5 Zimmer und liegt direkt am Meer. Ein Restaurant steht auch zur Verfügung. Am Strand kann man den Fischer zuschauen, wenn sie die großen Netze hereinziehen – eine mühselige Arbeit für nur einen geringen Ertrag an Fischen. Die Wellen krachen mit Gewalt an den Strand und für die kleinen Boote ist es schwierig, gegen die Wellen auf das Meer hinauszufahren, so dass es schon vorkommt, dass ein Boot kentert. Aufgrund der Wellen braucht es auch enorme Vorsicht beim Baden - man sollte halt auf die Strömung etc. achten.






Wo will die Schüssel mit dem Kind hin?!
Brenu ist ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Stundenlange Spaziergänge am Strand, Erkundungen durch das Dorf, Lesen im Schatten der Palmen – was braucht es mehr.




Nach einigen Tagen fahren wir weiter nach Cape Coast. Diesmal trauen wir uns in einen Tro Tro - einem Kleinbus, von denen hier unendlich viele herumfahren – sehr viele davon ehemalige Fahrzeuge von deutschen Handwerkerfirmen, deren Schriftzug oft noch zu sehen ist. Der ehemalige Laderaum ist nun voll gestopft mit Sitzbänken, für Gepäck eigentlich kein Platz. Der Bus, mit dem wir fahren, ist gerade erst in Brenu gestartet und noch ziemlich leer – wir halten ihn an der Straße an. 2 unserer Taschen finden unter den Bänken Platz und nehmen damit den gesamten Platz für mögliches Gepäck ein – die Dritte ist ein Fahrgast und muss dann auch als 4. Fahrgast bezahlt werden. Bis Cape-Coast sind es ca. 18 km. Unterwegs wird der Bus voll und wir sind froh, dass die Fahrt nur kurz ist
.
An der ghanaischen Küste gibt es zahlreiche Sklavenburgen. Die größte Burg findet sich in Cape Coast.






Um die Burgen konzentrieren sich die Fischerboote, so dass man von oben, auf der Burg stehend, stets einen einmaligen Blick auf das Leben der Fischer hat.




...auch ein Blick von der Festung aus


Blick vom Hoteldach


Es gibt viele Sklavenburgen an der ghanaischen Küste. In Cape Coast ist in der Burg auch ein Museum über die Geschichte der Sklaverei integriert. Es ist erschreckend zu sehen, in welche kleinen, dunklen Räumen Unmengen von Menschen untergebracht waren, bevor diese in die Sklaverei verschifft wurden. In der Umgebung von Cape Coast schauen wir verschiedene solche Burgen an. Einige sind nur inoffiziell zugänglich. Doch die Hilfsbereitschaft der Ghanaer ist groß und so kommen wir zu einigen sehr interessanten schönen Privatführungen.
In Elmina stehen zwei Burgen, die eine direkt am Meer - die andere auf einem Hügel. Elmina liegt ein paar Kilometer westlich von Cape Coast.


Manchmal können auch Kanonen ruhen...

Auf dem Weg zur Burg auf dem Hügel - mit Blick auf die Burg am Wasser

Blick auf Elmina

Blick auf die Fischerboote Elminas

Die Wichtigkeit der Fischerei in Elmina ist unübersehbar



Blick von der anderen Seite

Hier tobten mehrere Jungend ziemlich penetrant bettelt vor mir rum - dabei wollte ich einfach nur die Burg fotographieren.... was die nicht alles taten, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Auch zwei Burgen östlich von Cape Coast waren Ziel eines Ausfluges



...während dessen landete ein Fischerboot
Fort Amsterdam ist schon etwas verfallen - dafür hat man einen schönen Ausblick



Blick auf die Küste Richtung Osten

Blick ins Landesinnere
30 km von Cape Coast entfernt ins Landesinnere erschließt sich eine ganz andere Welt. In einem Nationalpark kann man in 30 m Höhe auf 7 schmalen Brücken 350 m durch die Wipfel des Regenwaldes laufen und bekommt einen Eindruck von der beeindruckenden Größer der Bäume.

Der Canopy Walkway besteht aus 7 Brücken und verläuft über eine Länge von 330 Metern


... das ganze ist einige zig-Meter hoch

Nach soviel kulturellem Programm brauchen wir dringend noch Entspannung. So machen wir vor Accra einen Zwischenstopp am Meer in Winneba. Dort landen wir in der Lagun Lodge, eine Unterkunft, bei der wirklich alles stimmte.

Strand bei Winneba


Fischerboote bei Winneba

... und ein Sonnenuntergang in Winneba
Entgegen den Ankündigungen im Reiseführer fanden sich keine „bösen“ Fischer am Strand, sondern wir hatten diesen weitestgehend zusammen mit mächtigen Wellen für uns.
Den Reiseausklang in Accra nutzen wir u.a. zum ausgiebigem Shopping auf dem riesigen Kunsthandwerkermarkt. Neben schönen Schmitzereien haben wir etliche Stücke Kentestoff mitgebracht. Und so begleitet und Ghana, neben unseren rund 4000 Fotos ( oder mehr) auch heute noch täglich in unserem Leben.
Nun noch ein paar Eindrücke aus Accra und der näheren Umgebung Accras

Postfächer in der Zantralpost Accra

...in einem Botanischen Garten im Hinterland von Accra - die resige Höhe der Palmen ist auf dem Foto leider kaum zu erkennen

man beachte den kleinen Menschen

Weit verbreitet um Accra herum - Termietenhügel

... die dazu gehörige Landschaft
Wieder zurück in Accra:

... großer Versammlungsplatz - hier werden irgendwelche Paraden abgehalten.

Unabhängigkeitsdenkmal
Und dann war es auch so weit - es ging zurück nach Hause

29.09.2006
ACC-DXB
EK 788 A330-243 A6-EAF
1730-0550+1 Tatsächliche Flugzeit etwa 7 Stunden 50 Minuten
Auslastung ca. 100%

Auf Wiedersehen Accra

30.09.2006
DXB-HAM
EK 059 A330-243 A6-EAR
0855-1345 Tatsächliche Flugtzeit etwa 6 Stunden 30 Minuten
Auslastung ca. 80%

Kurz vor dem Start in Dubai

...und kurz danach

Über dem Iran entstand dann das letzte Foto dieser Reise...
Überpüntklich landeten wir dann im inzwischen herbstlichen Hamburg.
Aufgrund der recht langen Reisedauer kann ich nicht alles erlebte berichten, ich hoffe dennoch, mal einen kurzen EInblick in dieses Land machen zu können.
Medasi - danke fürs Lesen

!!